Alles zu möglichen Therapiethemen auf einen Blick
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Angststörungen, Panikattacken
Angst ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers auf mögliche Gefahren. Bei einer Angststörung tritt sie jedoch anders auf: übermäßig stark, anhaltend oder auch dann, wenn keine reale Bedrohung besteht.
Panikattacken sind ein Beispiel dafür. Sie treten plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser auf und werden als sehr belastend erlebt. Viele Betroffene entwickeln danach die Angst, erneut eine Panikattacke zu erleiden – die sogenannte „Angst vor der Angst". Diese Erwartungsangst kann das ursprüngliche Problem noch verstärken.
Angsterkrankungen können den Alltag stark einschränken. Sie zählen zu den häufigsten Gründen, warum Menschen sich in psychotherapeutische Behandlung begeben.
Welche Symptome haben Angststörungen und Panikattacken?
Angststörungen und Panikattacken äußern sich durch eine Reihe körperlicher und psychischer Symptome. Zu den häufigsten körperlichen Symptomen zählen Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Schwitzen oder ein Engegefühl in der Brust. Bei Panikattacken kommt oft die Angst vor Kontrollverlust oder sogar Todesangst hinzu.
Viele Betroffene versuchen deshalb, belastende Situationen zu vermeiden. Dieses Vermeidungsverhalten schränkt den Alltag zunehmend ein – mit negativen Auswirkungen auf Beruf, Privatleben und Lebensqualität.
Wie werden Angststörungen und Panikattacken in der Psychotherapie behandelt?
In der Psychotherapie erfolgt die Behandlung von Angststörungen und Panikattacken nicht nur durch Symptombekämpfung, sondern auch durch das Aufdecken unbewusster innerer Konflikte oder unverarbeiteter emotionaler Erfahrungen.
Gemeinsam erkunden wir die individuelle Bedeutung Ihrer Angststörung oder Panikattacken, um sie besser zu verstehen. Dahinter können unverarbeitete frühe Beziehungserfahrungen, vernachlässigte emotionale Bedürfnisse oder schwierige Bindungsmuster stehen.
Durch die Bearbeitung dieser tieferliegenden Ursachen lassen sich nicht nur die akuten Symptome von Angststörungen und Panikattacken reduzieren – Sie können auch nachhaltig innere Sicherheit und ein besseres Selbstverständnis entwickeln. So löst sich die Kontrolle, die die Angst über Ihr Leben ausübt, langfristig auf.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zum Thema Angststörung&Panikattacken.
Beziehung
Beziehungen sind eine wichtige Säule unserer psychischen Gesundheit. Sie geben uns Sicherheit, Nähe und Unterstützung – und das Gefühl, angenommen und verstanden zu werden. Eine gut funktionierende Beziehung hilft uns, Stress abzubauen, steigert unsere Lebenszufriedenheit und stärkt unsere psychische Gesundheit. Eine schwierige Beziehung kann dagegen selbst zur emotionalen Belastung werden.
Wodurch entstehen Beziehungsprobleme?
Beziehungsprobleme können verschiedene Ursachen haben – etwa Kommunikationsprobleme, Vertrauensverlust, unausgesprochene Erwartungen, unterschiedliche Bedürfnisse (z. B. ein Nähe-Distanz-Konflikt) oder zu wenig Nähe und gemeinsame Zeit. Solche Probleme haben oft einen aktuellen Auslöser, wurzeln aber häufig auch in der eigenen Lebensgeschichte – etwa in persönlichen Erfahrungen, erlernten Verhaltensmustern oder ungelösten emotionalen Themen. Zusätzlich können Stress und andere psychische Belastungen aktuelle Beziehungskonflikte noch verstärken. Da Beziehungsprobleme meist über einen längeren Zeitraum entstehen, ist es wichtig, sie frühzeitig ernst zu nehmen und zu bearbeiten – bevor sie sich verfestigen.
Wie kann Psychotherapie bei Beziehungsproblemen helfen?
Psychotherapie kann Ihnen helfen, Beziehungsprobleme besser zu verstehen und zu bewältigen – etwa indem Sie lernen, Ihre eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Verhaltensweisen besser zu verstehen. Gemeinsam erkennen wir Ihre Beziehungsmuster, verstehen Konflikte besser und entwickeln neue Wege der Kommunikation. So lernen Sie, klarer zu kommunizieren, Ihre Bedürfnisse mitzuteilen und klare Grenzen zu setzen.
Depression
Eine Depression ist eine häufige psychische Erkrankung. Sie ist mehr als vorübergehende Traurigkeit oder eine schwierige Lebensphase. Depression verändert, wie wir denken, fühlen und handeln – und kann den Alltag stark belasten. Viele Betroffene geraten dabei in eine gedankliche Abwärtsspirale, aus der sie nur schwer alleine herausfinden.
Die Ursachen sind meist vielschichtig. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen: eine genetische Veranlagung, belastende Lebensereignisse, anhaltender Stress oder Denkmuster, die im Laufe des Lebens erlernt wurden.
Welche Symptome hat eine Depression?
Die Symptome einer Depression sind vielfältig. Zu den Kernsymptomen zählen eine anhaltend gedrückte Stimmung, Verlust von Interesse und Freude sowie verminderter Antrieb. Hinzu kommen oft weitere Symptome wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, ein geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, innere Unruhe oder körperliche Beschwerden ohne erkennbare Ursache. Viele Betroffene ziehen sich zudem sozial zurück – das kann den Weg zur Besserung zusätzlich erschweren.
Wie hilft Psychotherapie bei Depression?
Psychotherapie hilft bei Depression, indem sie die individuellen Ursachen und Hintergründe der Erkrankung beleuchtet. Dazu zählen zum Beispiel unbewusste Konflikte, belastende Beziehungserfahrungen oder wiederkehrende Lebensmuster – sie können zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Erkrankung beitragen. Auch verdrängte Gefühle wie Wut spielen bei Depressionen oft eine wichtige Rolle.
Ein vertieftes Verständnis dieser Zusammenhänge kann helfen, die Krankheit nachhaltig zu überwinden. Psychotherapie zielt daher nicht nur darauf ab, akute Symptome zu lindern, sondern auch innere Veränderungen anzustoßen, die über die Therapie hinaus wirken.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zu Depression.
Diskriminierung
Diskriminierung bezeichnet die Benachteiligung oder Abwertung von Menschen aufgrund von Merkmalen wie ethnischer Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion, körperlicher Einschränkung, sozialem Status oder Alter. Sie beruht häufig auf Vorurteilen und kann offen oder subtil auftreten – etwa am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen oder im Alltag. Diskriminierung zeigt sich auf verschiedenen Ebenen: in Gesetzen und Institutionen, in der persönlichen Interaktion zwischen Menschen oder durch Internalisierung, wenn Betroffene die Vorurteile gegen sich selbst übernehmen.
Welche Folgen hat Diskriminierung?
Wiederholte Diskriminierungserfahrungen können als Folge die psychische Gesundheit der Betroffenen stark beeinträchtigen. Viele erleben Stress, Verunsicherung, Scham oder Wut – verbunden mit dem Gefühl, nicht zur Gesellschaft dazuzugehören oder willkommen zu sein. Das kann auch das Vertrauen zu den Mitmenschen nachhaltig schädigen. Langfristig schaden Diskriminierung und Ausgrenzung dem Selbstwertgefühl und erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depression.
Wie kann Psychotherapie bei Diskriminierung helfen
Psychotherapie bietet Betroffenen von Diskriminierung einen geschützten Raum, in dem sie ihre Erfahrungen offen mitteilen und verarbeiten können. Ziele der Psychotherapie können dabei sein, die Resilienz zu stärken, Strategien zur Selbstbehauptung zu entwickeln sowie verinnerlichte Abwertungen zu erkennen und aufzulösen. Zu einer diskriminierungssensiblen Psychotherapie gehört es zudem, Betroffenen mit Wertschätzung zu begegnen, ihre Lebensrealität anzuerkennen und gesellschaftliche Machtverhältnisse mit einzubeziehen.
Essstörung
Eine Essstörung ist eine ernsthafte psychische Erkrankung. Dabei drehen sich Verhalten und Gedanken der Betroffenen stark um Essen, Gewicht und das eigene Körperbild. Zu den Essstörungen zählen Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung. Zentral bei Essstörungen ist eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers. Betroffene können sich selbst als besonders dick empfinden, obwohl sie ein gesundes Normalgewicht haben oder sogar untergewichtig sind. Oft geht es für Menschen um tieferliegende emotionale Schwierigkeiten wie Kontrollbedürfnisse, Perfektionismus oder Selbstwertprobleme, die durch das Essverhalten reguliert werden sollen.
Was sind die gesundheitlichen Folgen einer Essstörung?
Essstörungen können weitreichende gesundheitlich Folgen haben – sowohl körperlicher als auch psychischer Natur. Körperlich kann es zu Schwindel, Herz-Kreislauf-Problemen, Hormonstörungen (bis zum Ausbleiben der Periode), Knochenschwäche und Zahnschäden (durch wiederholtes Erbrechen) kommen. Psychisch erleben Betroffene häufig Angst, Depression, sozialen Rückzug sowie Scham- und Schuldgefühle. Da eine Essstörung sich mit der Zeit verfestigen kann, ist es wichtig, sich frühzeitig Hilfe zu suchen.
Wie kann Psychotherapie bei Essstörungen helfen?
Psychotherapie kann bei Essstörungen auf mehreren Ebenen helfen. Sie ist ein wichtiger Schritt zur Besserung und Heilung. In der Therapie können Sie dysfunktionale Gedankenmuster und Selbstbetrachtung erkennen und bearbeiten. In weiterer Folge kann Ihnen Psychotherapie helfen die der Essstörung zugrunde liegenden inneren Probleme ans Licht zu bringen und aufzulösen. So können Sie einen neuen Umgang mit Essen finden und eine gesunde Beziehung zu ihrem eigenen Körper entwickeln.
Hochsensibilität HSP
Hochsensibilität bedeutet, dass Reize – ob Geräusche, Gerüche oder Gefühle – besonders stark wahrgenommen und intensiv verarbeitet werden. Sie ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Variante menschlicher Wahrnehmung. Ein Beispiel: Was für manche ein normales Gespräch in einem Café ist, kann für hochsensible Menschen eine Fülle an Eindrücken bedeuten – die Stimme des Gegenübers, die Musik im Hintergrund, die Stimmung am Nachbartisch. All das wird gleichzeitig aufgenommen und tief verarbeitet. Diese besondere Wahrnehmungsfähigkeit geht häufig mit ausgeprägter Empathie und Kreativität einher.
Wie wirkt sich Hochsensibilität im Alltag aus?
Hochsensibilität wirkt sich im Alltag auf ganz unterschiedliche Weise aus: Reizintensive Umgebungen – ein lautes Großraumbüro, eine volle Veranstaltung, ständige Unterbrechungen – können rasch zu Erschöpfung, einem Bedürfnis nach Rückzug oder dem Gefühl führen, von den eigenen Emotionen überschwemmt zu werden. Umgekehrt kann Hochsensibilität auch durch besonderes Einfühlungsvermögen und einen ausgeprägten Sinn für Details eine besondere Stärke sein. Hochsensibilität ist also nicht nur eine Belastung, sondern auch eine wertvolle Ressource.
Wie kann Psychotherapie bei Hochsensibilität helfen?
Psychotherapie kann bei Hochsensibilität helfen, einen guten Umgang mit der eigenen Empfindsamkeit zu finden und die Stärken, die darin liegen, bewusst zu erkennen. In einem sicheren Rahmen lassen sich Strategien entwickeln, um Reizüberflutung vorzubeugen, innere Balance leichter wiederzufinden und die eigenen Ressourcen gezielt zu nutzen. Auch wird geklärt, ob weitere Belastungen wie Erschöpfung oder Ängste hinzukommen, die eine gezielte Behandlung brauchen. Ziel ist ein Leben, in dem Hochsensibilität nicht erschöpft, sondern bereichert.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zu Hochsensibilität HSP.
Identität, Teilearbeit
Identität ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Erlebens. Sie gibt uns sowohl unsere Unterscheidbarkeit von unseren Mitmenschen als auch Eigenschaften, die uns mit anderen Personen oder Gruppen verbinden. Identität ist somit ein wichtiger Bestandteil unserer Psyche und des menschlichen Zusammenlebens. Deshalb ist es wichtig, die eigene Identität in all ihrer reichen Facetten zu betrachten. Zu diesem Zweck wird in der Psychotherapie auch das Konzept der Teilearbeit verwendet.
Was ist Teilearbeit?
Teilearbeit ist die Betrachtung der menschlichen Psyche als das Zusammenspiel vieler verschiedener Persönlichkeitsanteile. Diese Teile können wie mentale Modi betrachtet werden, die bei unterschiedlichen Situationen und Aufgaben zu Tage treten. Diese verschiedenen Teile unseres Inneren können miteinander interagieren, kooperieren, konkurrieren oder gar im Konflikt miteinander stehen. Wichtig beim Verstehen der Persönlichkeitsanteile ist auch immer, ihren Ursprung zu verstehen. Die verschiedenen Modi sind in der Regel auf frühe Erlebnisse und Erfahrungen zurück zu führen, die so unsere Lebensstrategien und unseren Blick auf die Welt geformt haben.
Wie hilft Teilearbeit in der Psychotherapie?
Teilearbeit hilft in der Psychotherapie, indem sie ein besseres Verständnis für die eigenen Identität und das mentale Innenleben schafft. Die Teilearbeit hat ihren Ursprung auch in der Traumatherapie, wo Menschen oft mit Persönlichkeitsanteilen zu tun haben, die im Konflikt miteinander stehen oder gar alle Verbindung zueinander gekappt haben. In der Regel entsteht das durch scheinbar einander entgegengesetzte Bedürfnisse, die von jeweils einem Persönlichkeitsanteil präferiert werden. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Persönlichkeitsanteil, der Sicherheit schaffen will und dadurch im Konflikt steht mit einem Persönlichkeitsanteil, der zu Geborgenheit und Beziehung führen möchte. Wichtig ist dabei nicht, einen Anteil ins Abseits zu stellen, sondern die Kommunikation zwischen allen Anteilen wieder zu beleben und somit zu integrieren. So kann sich ein gutes authentisches Gefühl von Identität bilden.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zu Identität&Teilearbeit.
Long-Covid
Long-Covid bezeichnet eine Reihe von Beschwerden, die Wochen oder Monate nach einer Covid-19-Erkrankung anhalten oder neu auftreten und nicht durch andere Ursachen erklärt werden können. Zu den häufigsten Symptomen gehören: anhaltende Erschöpfung (Fatigue-Syndrom), Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Atembeschwerden, Schlafstörungen oder Schmerzen. Wie stark die Beschwerden ausfallen, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich und kann den Alltag, den Beruf und soziale Kontakte erheblich einschränken.
Wie wirkt sich Long-Covid auf die Psyche aus?
Long-Covid kann sich auf vielfältige Weise auf die Psyche auswirken, da die anhaltenden körperlichen Symptome eine zusätzliche Belastung darstellen. Viele Betroffene erleben Ängste, depressive Verstimmungen, Unsicherheit oder Frustration. Ihre Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt, und niemand kann genau sagen, wie der Genesungsverlauf weitergeht. Hinzu kommt oft die Erfahrung, mit den Beschwerden nicht ernst genommen zu werden – ob bei gesundheitlichen Behandlungen oder auch im beruflichen und privaten Umfeld. Die psychische Belastung ist eine nachvollziehbare Reaktion auf die Erkrankung und kann die Bewältigung der Beschwerden zusätzlich erschweren.
Wie kann Psychotherapie bei Long-Covid unterstützen?
Psychotherapie kann bei Long-Covid unterstützen, indem sie hilft, einen guten Umgang mit den Folgen der Erkrankung zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht, die Erkrankung zu verarbeiten, mit Belastungen und Unsicherheiten umzugehen und die eigene Energie einzuteilen – auch Pacing genannt. Gemeinsam erarbeiten wir Strategien für den Alltag – etwa um Stress besser zu bewältigen, die eigenen Grenzen zu erkennen und alltägliche Aktivitäten schrittweise wieder aufzunehmen. So entsteht Schritt für Schritt wieder mehr Handlungsfähigkeit – trotz bestehender Unsicherheit.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zu Long-COVID.
Männerthemen
In unserer Gesellschaft ist nach wie vor das Bild des starken Mannes verankert, der seine Emotionen zurückhält und stets hohe Leistung erbringt. Dieses Männlichkeitsideal kann belastend sein: Es erzeugt hohen Erwartungsdruck und hält Männer davon ab, wichtige Erfahrungen zu machen – etwa sich offen mitzuteilen oder Schwäche und Hilfsbedürftigkeit zu zeigen. Genau solche Themen können in der Psychotherapie für Männer eine wichtige Rolle spielen.
Welche psychischen Probleme betreffen Männer besonders?
All dies führt zu einer Reihe von Problemen für Männer und ihre Gesundheit. So nehmen Männer seltener Hilfsangebote und gesundheitliche Unterstützung an. Sie suchen seltener ärztliche Hilfe auf und gehen weniger in Psychotherapie. Gerade Männer haben allerdings auch psychische Spezifitäten, die darauf hinweisen, dass Psychotherapie gerade für sie sehr wichtig ist. So zeigen sich Depressionen zB bei Männern oft mit anderen Symptomen wie Wut, erhöhtem Risikoverhalten oder Substanzgebrauch. Auch mündet die emotionale Selbstisolation bei Männern häufig in Gefühle von Einsamkeit und Ausweglosigkeit, was wiederum zu einem erhöhten Suizidrisiko bei Männern führen kann.
Wie kann Psychotherapie Männern helfen?
Psychotherapie kann Ihnen als Mann dabei helfen, all diesen Gedanken und Gefühlen einen sicheren, guten Raum zu geben. Vielen Männern fällt es schwer, anderen mitzuteilen, was in Ihnen vor sich geht – oft ist das nur in der Partnerschaft möglich, manchmal nicht einmal dort. Genau hier setzt Psychotherapie an: Sie können die Erfahrung machen, so angenommen zu werden, wie Sie sind, und spüren, dass es gut tut, sich zu öffnen. Da offene Kommunikation zwischen Männern oft schwerfällt, kann es gerade im Gespräch mit einem männlichen Therapeuten eine besonders wertvolle Erfahrung sein, genau das einmal zu erleben. So wird die Psychotherapie zu einem Ort, an dem Sie offen aussprechen können, wie es Ihnen wirklich geht.
Mediensucht
Mediensucht bedeutet die exzessive Nutzung von Medien – etwa Social Media, Videospiele, Streaming oder das Handy allgemein. Das Verhalten ist so ausgeprägt, dass es den Alltag spürbar beeinträchtigt. Beziehungen, Schlaf, Arbeit und das psychische Wohlbefinden leiden darunter.
Typisch ist zunächst der Kontrollverlust: "Nur noch 5 Minuten" oder "nur noch ein Video" werden schnell zu Stunden. Hinzu kommt eine innere Unruhe, sobald kein Bildschirm zur Hand ist. Diese Unruhe kann sich als Nervosität oder Anspannung zeigen. Mit der Zeit führt das Verhalten dazu, dass andere Lebensbereiche vernachlässigt werden – Hobbys, soziale Kontakte oder alltägliche Pflichten treten zunehmend in den Hintergrund.
Was sind die Ursachen von Mediensucht?
Die Ursachen von Mediensucht sind vielfältig. Ein zentraler Mechanismus ist die Aktivierung des Belohnungssystems durch kurze, schnelle Inhalte: Jedes Video, jeder Klick könnte eine neue Belohnung bringen. Weil nicht vorhersehbar ist, wann genau diese Belohnung eintritt, wird unser Gehirn ähnlich konditioniert wie beim Glücksspiel. Fachleute sprechen hier von operanter Konditionierung mit variablem Quotenplan. Viele Plattformen sind gezielt so gestaltet, dass sie die Nutzungszeit erhöhen.
Neben diesem Belohnungsprinzip spielt der Medienkonsum auch als Bewältigungsstrategie eine Rolle – besonders bei Einsamkeit, Stress, Angst oder Überforderung. Mediensucht kann so zur Flucht vor unangenehmen Gefühlen werden.
Wie kann Psychotherapie bei Mediensucht helfen?
Psychotherapie kann bei Mediensucht helfen indem Sie die Ursachen ergründen, neue Wege zum Umgang mit den Auslösern des Verhaltens finden und so Schritt für Schritt wieder die Kontrolle über Ihren Alltag gewinnen. Wichtig bei der Bewältigung von Mediensucht sind auch die Erarbeitung eines neuen Umgangs mit den Medien wie z.B. feste Bildschirmzeiten als auch das finden neuer Freizeitgestaltung und Hobbys, um Rückfällen in das Suchtverhalten vorzubeugen.
Parentifizierung
Parentifizierung ist die Rollenumkehr zwischen Eltern und Kind. Konkret übernimmt das Kind Erwachsenenaufgaben, die es überfordern und seine normale Entwicklung einschränken. Es kümmert sich z.B. um jüngere Geschwister, vermittelt bei Konflikten oder wird zur wichtigsten Vertrauensperson eines Elternteils, wie ein Partnerersatz.
Das alles ist eine Verantwortung, für die ein Kind noch zu jung ist und dadurch stark überfordert wird. Statt selbst versorgt zu werden, sorgt das Kind für andere. So bleibt kaum Raum, einfach Kind sein zu dürfen.
Welche Folgen hat Parentifizierung?
Parentifizierung kann weitreichende Folgen haben, die oft bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Viele Betroffene fühlen sich ständig für andere verantwortlich. Sie tun sich schwer damit, Grenzen zu setzen, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen oder Hilfe und Fürsorge anzunehmen. Kümmern sie sich einmal um sich selbst statt um andere, plagen sie oft Schuldgefühle – denn viele fühlen sich nur dann wertvoll, wenn sie für andere da sind.
So wiederholen sich die Beziehungsmuster aus der Kindheit häufig auch im Erwachsenenalter: mit Folgen wie einem geringen Selbstwertgefühl oder Beziehungen, die den Betroffenen keinen Halt geben.
Wie kann Psychotherapie bei Parentifizierung helfen?
Psychotherapie kann dabei helfen, die frühen Beziehungserfahrungen der Parentifizierung besser zu verstehen und ihre Auswirkungen auf das heutige Leben einzuordnen. Gemeinsam können belastende Muster aufgearbeitet, eigene Bedürfnisse wieder wahrgenommen und neue Formen des Umgangs mit Verantwortung und Beziehungen entwickelt werden.
Besonders zentral ist dabei eine korrektive Erfahrung: In der Therapie erleben Sie, dass jemand Ihre Bedürfnisse priorisiert und aktiv danach fragt. So wird es möglich, sich schrittweise von alten Rollen zu lösen und mehr Selbstfürsorge, innere Freiheit und erfüllendere Beziehungen zu entwickeln.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zu Parentifizierung.
Persönlichkeitsstörung
Eine Persönlichkeitsstörung ist ein tief verwurzeltes Muster von Gedanken, Gefühlen und Verhalten, welches die Person selbst und ihr Umfeld beeinträchtigt. Diese innere Dynamik wird von den Betroffenen dabei nicht als Problem wahrgenommen, sondern als logische und normale Reaktion auf ihre eigenen inneren Vorgänge und ihre Umwelt. Das Verhaltensmuster wird somit nicht als schädlich eingeordnet und stattdessen in die eigene Persönlichkeit eingefügt. Daher kommt auch der Name "Persönlichkeitsstörung". Diese Persönlichkeitsstruktur führt oft zu Belastung und Konflikten im Alltag, in Beziehungen und im Arbeitsleben.
Was sind die Ursachen einer Persönlichkeitsstörung?
Die Ursachen einer Persönlichkeitsstörung sind sehr komplex und bedingt durch verschiedene Faktoren zugleich. Sie reichen von genetischen Faktoren (Epigenetik), dysfunktionale und instabile Familienverhältnisse bis hin zu traumatischen Erlebnissen, oft auch transgenerationale Traumata, die sie sich über mehrere Generationen fortsetzen.
Wie kann Psychotherapie bei einer Persönlichkeitsstörung helfen?
Psychotherapie kann bei einer Persönlichkeitsstörung dabei helfen, die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und besser zu verstehen. So kann freigelegt werden, wie Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen entstanden sind, welche Funktionen diese einst erfüllt haben und schlussendlich, warum sie heute nicht mehr funktionieren und stattdessen zu Leid im eigenen Leben führen. So kann trainiert werden, Gefühle besser zu regulieren, ein klareres Selbstbild zu erschaffen und mehr Flexibilität im eigenen Denken und Handeln zu erreichen.
Queer | LGBTIQ+
In meiner Praxis für Psychotherapie in Wien begleite ich queere Menschen sowie Personen aus dem gesamten LGBTIQ+ Spektrum bei den unterschiedlichsten Anliegen. Queere Menschen sind – wie alle anderen auch – von Themen wie Ängsten, Depressionen, Krisen oder Beziehungsproblemen betroffen. Zusätzlich gibt es Schwierigkeiten, die besonders oder ausschließlich Personen aus dem LGBTIQ+ Spektrum betreffen: etwa das Coming-Out, Diskriminierung am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum sowie verbale Anfeindungen oder Gewalterfahrungen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.
Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität: Der Weg zur Selbstakzeptanz
Aufgrund solcher Erlebnisse haben viele queere Menschen auch heute noch oft das Gefühl, nicht "richtig" zu sein – sei es aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität. Vielleicht haben Sie sich in eine Person des gleichen Geschlechts verliebt oder spüren eine Anziehung, die sich nicht eindeutig einordnen lässt. Oder Sie fühlen sich schon lange mit einem anderen Geschlecht verbunden als jenem, das Ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Der Weg zur Selbstakzeptanz beginnt oft genau an diesem Punkt: bei dem Wunsch, sich selbst so zu erkennen und annehmen zu wollen, wie Sie sind.
Queer-affirmative Psychotherapie in Wien: Ein sicherer Raum für Sie
Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten sind vielfältig und verlaufen oft in einem Spektrum. Deshalb arbeite ich in meiner psychotherapeutischen Praxis in Wien bewusst queer-affirmativ und biete Ihnen einen sicheren Raum, in dem Sie willkommen sind – genau so, wie Sie sind. Hier ist Platz für alle Ihre Anliegen: allgemeine psychische Probleme ebenso wie Herausforderungen, die speziell mit Ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zusammenhängen. Wenn Sie eine queer-affirmative Psychotherapie in Wien suchen, freue ich mich, Sie in einem geschützten Rahmen zu begleiten.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zu Queer | LGBTIQ+.
Was sind die Ursachen von Schlafstörungen?
Die Ursachen von Schlafstörungen liegen meist in einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Häufige Auslöser sind chronischer Stress, berufliche Belastungen oder Konflikte in Beziehungen. Auch eine fehlende Tagesstruktur oder der Konsum digitaler Medien am Abend können den Schlaf-Wach-Rhythmus stören. Hinzu kommen oft körperliche Beschwerden sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen, die den Schlaf zusätzlich beeinträchtigen können.
Welche Folgen haben Schlafstörungen für die psychische Gesundheit?
Schlafstörungen können die psychische Gesundheit auf vielfältige Weise belasten – mit Symptomen, die sich oft gegenseitig verstärken. Viele Betroffene leiden tagsüber unter Reizbarkeit, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Dabei entsteht leicht ein Kreislauf: Belastungen und negative Gedanken erhöhen die innere Anspannung. Diese Anspannung wiederum erschwert das Ein- und Durchschlafen. Langfristiger Schlafmangel kann zudem depressive Verstimmungen und Ängste verstärken und die Fähigkeit mindern, belastende Situationen emotional zu verarbeiten.
Wie kann Psychotherapie bei Schlafstörungen helfen?
Psychotherapie kann bei Schlafstörungen helfen, indem sie gezielt an deren Ursachen ansetzt.. Gemeinsam betrachten wir individuelle Auslöser wie belastende Denk- und Verhaltensmuster, ungelöste emotionale Themen oder Beziehungsprobleme im Zusammenhang mit Ihrem Schlaf. Dabei helfe ich Ihnen, die zugrunde liegenden psychischen Belastungen aufzudecken und zu verarbeiten, sodass sie sich nach und nach auflösen können. Ziel ist es, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern langfristig einen erholsamen, stabilen Schlafrhythmus zu ermöglichen.
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Selbstwertgefühl
Das Selbstwertgefühl beschreibt, wie Sie sich selbst sehen und wahrnehmen: ob Sie sich als wertvoll empfinden, sich annehmen oder eher ablehnen. Dazu gehört auch, welche Bedeutung Sie Erfolgen und Misserfolgen beimessen, wie Sie mit Kritik und Selbstkritik umgehen und wie Sie sich in Beziehungen verhalten.
Damit ist das Selbstwertgefühl ein zentraler Teil unseres Verhaltens und unseres inneren Erlebens – und kann unser Leben, je nach Ausprägung, stark positiv oder negativ beeinflussen.
Seinen Ursprung hat es in unseren frühesten Beziehungserfahrungen, also in der frühen Kindheit. Ist es gering ausgeprägt, lässt es sich auch im Jugend- oder Erwachsenenalter noch stärken.
Welche Folgen hat ein geringes Selbstwertgefühl?
Ein geringes Selbstwertgefühl kann weitreichende Folgen für das eigene Leben und die eigenen Beziehungen haben. Da das Selbstwertgefühl uns von innen heraus Wert gibt, führt ein geringes Selbstwertgefühl häufig zu einem starken Wunsch nach Bestätigung von außen. Wir fühlen uns unsicher und bemühen uns um Anerkennung durch andere, um uns so einen scheinbaren Wert zu verschaffen. Das kann sich zum Beispiel durch ein permanentes Feilen am eigenen Erscheinungsbild oder einen besonders hohen Leistungsanspruch zeigen. Typisch sind zudem eine große Angst vor Ablehnung, Perfektionismus und häufige Selbstkritik. Manche Betroffene vermeiden bestimmte Herausforderungen sogar ganz, aus Angst zu scheitern. Auch fällt es vielen schwer, eigene Bedürfnisse zu äußern oder Grenzen zu setzen. Oft hat ein geringes Selbstwertgefühl auch psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen zur Folge.
Wie kann Psychotherapie das Selbstwertgefühl stärken?
Psychotherapie kann das Selbstwertgefühl vor allem durch korrigierende Beziehungserfahrungen stärken. In der Therapie finden Sie einen sicheren Raum, in dem Sie so angenommen werden, wie Sie sind, respektiert und wertgeschätzt werden. Gemeinsam können wir uns ansehen, welche Erwartungen an sich selbst tatsächlich realistisch sind und wo Sie lernen möchten, Grenzen zu setzen und Ihre Bedürfnisse zu kommunizieren. So können Sie Ihr Selbstwertgefühl Schritt für Schritt stärken. Ziel der Psychotherapie ist dabei nicht Perfektion, sondern dass Sie nach und nach lernen, sich selbst zu mögen – mit all Ihren Stärken und Schwächen.
Sexualität
Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Sie umfasst weit mehr als Fortpflanzung – dazu gehören auch das Bedürfnis nach Nähe und Intimität, die eigene Identität, Bindung, Lust und körperliches Wohlbefinden. Ein erfülltes Sexualleben kann sich positiv auf die Lebensqualität, die mentale Gesundheit, das Selbstwertgefühl und die Zufriedenheit in der Partnerschaft auswirken.
Warum entstehen sexuelle Probleme und welche Formen gibt es?
Sexuelle Probleme entstehen häufig durch partnerschaftliche Konflikte, Stress, Angst, Schamgefühle oder traumatische Erfahrungen, die das sexuelle Erleben beeinträchtigen können. Sie können eine große Belastung für Betroffene sein und sich in unterschiedlichen Formen zeigen – etwa als geringe oder fehlende sexuelle Lust (Libido), Schwierigkeiten bei Erregung und Orgasmus, Versagensängste, Schmerzen beim Sex sowie Unsicherheiten bezüglich der eigenen sexuellen Orientierung oder Identität.
Wie kann Psychotherapie bei sexuellen Problemen helfen?
Psychotherapie kann auf unterschiedliche Weise helfen, sexuelle Probleme zu bewältigen. Sie bietet Ihnen einen sicheren, wertfreien Raum, um über diese oft schambesetzten Themen zu sprechen, die Ursachen besser zu verstehen und einen neuen Umgang damit zu entwickeln. Je nachdem, um welches Problem es sich handelt, kann dabei an unterschiedlichen Ansatzpunkten gearbeitet werden – etwa daran, Beziehungsmuster zu verändern, Ängste zu reduzieren, die Selbstakzeptanz zu stärken oder die partnerschaftliche Kommunikation zu verbessern. So finden Sie schrittweise wieder zu einer angenehmen Sexualität zurück.
Sexueller Missbrauch
Sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Handlung, der eine Person nicht freiwillig zugestimmt hat. Das ist eine Form sexueller Gewalt. Dazu zählen körperliche Übergriffe genauso wie Grenzverletzungen ohne Körperkontakt – etwa Worte, Blicke oder Bilder. Auch wenn jemand durch Druck oder Zwang zu sexuellen Handlungen gebracht wird, ist das sexueller Missbrauch.
Im Kern geht es immer um dasselbe: Eine Person nutzt Macht, Abhängigkeit oder Hilflosigkeit aus und verletzt damit die Grenzen eines anderen Menschen. Besonders häufig geschieht das im nahen Umfeld – in der Familie, im Freundeskreis oder in Institutionen. Das macht die Verarbeitung oft schwerer, weil gerade das Vertrauen missbraucht wurde, das eigentlich Schutz geben sollte.
Welche Folgen hat sexueller Missbrauch?
Sexueller Missbrauch kann vielfältige und oft tiefliegende Folgen haben – körperlich wie psychisch. Viele Betroffene entwickeln eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), mit sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks), Angstzuständen, Schlafstörungen oder Depressionen. Dazu kommen häufig starke Scham- und Schuldgefühle sowie ein angeschlagenes Selbstwertgefühl. Auch Vertrauen aufzubauen und Nähe zuzulassen, fällt vielen schwer.
Nicht selten meiden Betroffene Situationen, Orte oder Reize, die sie an das Erlebte erinnern. Manche Symptome zeigen sich sofort, andere erst Jahre später.
Wie kann Psychotherapie nach sexuellem Missbrauch helfen?
Psychotherapie kann Menschen nach sexuellem Missbrauch auf vielfältige Weise unterstützen. Sie bietet Ihnen einen geschützten Raum, um das Erlebte in Ihrem eigenen Tempo zu verarbeiten, hilft dabei, belastende Erinnerungen einzuordnen, Schuld- und Schamgefühle zu hinterfragen – und wieder Vertrauen aufzubauen, in sich selbst und in andere.
Mit der Zeit können sich belastende Symptome verringern, das Nervensystem beruhigt sich und unberechtigte Selbstvorwürfe treten in den Hintergrund. Ziel ist es, dass Sie Ihre Selbstwirksamkeit zurückgewinnen, eigene Grenzen neu setzen können und wieder mehr Lebensqualität erleben.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zu Sexuellem Missbrauch.
Trauer
Trauer ist eine natürliche, gesunde Reaktion auf einen schmerzhaften Verlust. Sie entsteht nicht nur beim Tod eines geliebten Menschen, sondern auch bei Trennungen oder tiefgreifenden Lebensveränderungen. Der Trauerprozess verläuft dabei für jeden Menschen unterschiedlich und im eigenen Tempo – manchmal geht es einen Schritt vorwärts, dann wieder einen zurück. Bei der Verarbeitung der Trauer geht es meist um drei Dinge: sich den Verlust bewusst zu machen, die aufkommenden starken Gefühle zuzulassen und zu durchleben und schließlich einen Weg zurück in den Alltag zu finden.
Wie äußert sich Trauer körperlich und emotional?
Trauer äußert sich sowohl körperlich als auch emotional. Emotional zeigt sich das oft als tiefe Traurigkeit, Sehnsucht, Wut, Schuldgefühle, Angst oder innere Unruhe – manchmal auch als Erleichterung. Körperlich erleben viele Menschen Schlafprobleme, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten oder ein Druckgefühl in der Brust. Diese Reaktionen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck der großen Belastung, die der Verlust mit sich bringt.
Wie kann Psychotherapie bei Trauer helfen?
Psychotherapie kann bei Trauer helfen, indem Sie den Verlust in einem professionellen und geschützten Rahmen in Ihrem eigenen Tempo verarbeiten können. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn die Belastung durch die Trauer Ihren Alltag stark beeinträchtigt. In der Therapie können Sie Ihre Gefühle offen und ohne Bewertung ausdrücken, das Erlebte Schritt für Schritt verarbeiten und so nach und nach in Ihr Leben integrieren. Ziel Psychotherapie ist dabei nicht, den Schmerz vollständig zu beseitigen oder das Verlorene zu vergessen, sondern wieder Zuversicht zu schöpfen und handlungsfähig zu werden.
Mehr zu diesem Thema finden auf meiner Schwerpunktseite zu Trauer.
Trauma
Ein Trauma ist eine seelische Verletzung, die durch eine extrem belastende Situation entsteht. Diese Situation übersteigt die eigenen psychischen Bewältigungsmechanismen und führt so zu Überforderung. Zentral ist dabei ein starkes Gefühl von Ohnmacht. Häufige Symptome eines Traumas sind Ängste, Schlafstörungen, innere Unruhe, erhöhte Schreckhaftigkeit, Erinnerungslücken, Flashbacks sowie Schuld- oder Schamgefühle.
Wodurch entsteht ein Trauma?
Ein Trauma kann auf unterschiedliche Weise entstehen. Häufig ist ein einzelnes, punktuelles Erlebnis der Auslöser – etwa eine Naturkatastrophe, sexuelle Gewalt oder der Verlust einer wichtigen Bezugsperson. Ebenso kann ein Trauma durch wiederholte Erlebnisse entstehen, wie Vernachlässigung in der Kindheit oder anhaltende Gewalt.
Daneben gibt es sogenannte transgenerationale Traumata. Dabei werden Aspekte eines Traumas über mehrere Generationen an die Nachkommen weitergegeben – vorausgesetzt, das Trauma wurde nicht aufgearbeitet. Das Herausfordernde an dieser Form ist, dass Betroffenen oft nicht klar ist, woher ihre Probleme eigentlich stammen. Der Ursprung kann schließlich schon zwei Generationen zurückliegen.
Wie kann Psychotherapie bei einem Trauma helfen?
Psychotherapie kann auf mehreren Ebenen helfen, ein Trauma zu bewältigen. Zunächst dient die Psychotherapie als sicherer Raum, wo Sie sich seelisch stabilisieren und Ihre mentalen Ressourcen wieder stärken können. Danach erfolgt die Auf- und Verarbeitung des Traumas. Zentral dabei ist, dass Sie die Kontrolle über Ihr Leben zurückgewinnen. So kann das Trauma, das Sie bisher in der Gegenwart gefangen hält, nun als Teil Ihrer Vergangenheit integriert werden.
Zwangsstörung
Eine Zwangsstörung (englisch: Obsessive-Compulsive Disorder, kurz OCD) ist eine psychische Erkrankung, die sich auf unterschiedliche Weise zeigen kann. Man unterscheidet dabei zwei Hauptformen, die auch gemeinsam auftreten können. Die erste Form sind Zwangsgedanken: sich immer wieder aufdrängende Gedanken oder Impulse, etwa die Angst, sich zu beschmutzen oder Fehler zu machen. Die zweite Form sind Zwangshandlungen: wiederkehrende Verhaltensweisen wie ständiges Kontrollieren, Zählen, Waschen oder das wiederholte Ausführen bestimmter Handlungen.
Allen Formen der Zwangsstörung ist gemeinsam, dass Betroffene sie als quälend und kaum kontrollierbar erleben. Auch wenn ihnen bewusst ist, dass ihre Zwangsgedanken oder -handlungen eigentlich keinen Sinn ergeben, fällt es ihnen meist trotzdem sehr schwer, damit aufzuhören.
Wie entsteht eine Zwangsstörung?
Eine Zwangsstörung entsteht meist aus einer engen Verbindung mit Angst. Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen sind dabei ein unbewusster Versuch, dieser Angst mit Sicherheit und Kontrolle zu begegnen. Da sich die Angst dadurch aber nicht wirklich auflösen lässt, entsteht ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt und die Erkrankung so aufrechterhält.
Wie hilft Psychotherapie bei einer Zwangsstörung?
Psychotherapie hilft bei Zwangsstörungen, die Ursachen und die dahinterliegenden Ängste zu verstehen. Sind die Auslöser erst einmal klar, kann daran gearbeitet werden, sie aufzulösen. So können Zwänge und Ängste nach und nach gelöst werden – dadurch kehrt ein gutes Stück Lebensqualität wieder in Ihren Alltag zurück.